Freya
in
Canada

Waterloo, Quebec, Canada
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zwischen Krankheit, Schule und Schnee

Wie sich herausgestellt hat, hatte ich kein Corona, sondern etwas anderes, so dass ich am Freitag mit Fieber im Bett lag. Das hieß dann natürlich auch, dass ich die Halloween Party am Freitagabend verpasst habe, super. Da die aber eh nicht so der burner gewesen sein soll, hab ich mich gut damit abgefunden. Am Freitag ist Hannah nach der Schule zu uns gebracht worden, weil sie auch zu der Party ist und Maria und sie haben mir vom Dollarama ein kleines Malset mitgebracht. Am Samstag ging es mir dann schon einigermaßen besser, sodass ich an der Familienparty teilgenommen habe, auch wenn es nur kurz war.

Eins lässt sich sagen, wir waren extrem viele Menschen. Mir ging es dann schon wieder so gut, dass ich am Montag wieder in die Schule bin und durfte dann erstmal zwei präsentationen halten, was zu meiner Verwunderung ganz gut gelaufen ist, vor allem in englisch, wenn man bedenkt, dass ich meinen Monolog um 6 uhr morgens geschrieben habe und dem danach auch nicht mehr viel Aufmerksamkeit geschenkt habe. Was mich dann doch irgendwie geschockt hat, sind die Kanadier und deren Präsentationen, die in Deutschland mit einer gut gewollten 4 benotet worden wären. Am Montag war aber nicht nur Präsentationen und Test Tag, es war auch das richtige Halloween, weshalb wir, nachdem wir nach Hause gekommen waren, in Halloween Kostüme gesteckt haben und selber trick or treating gegangen sind, was auch in unserem Alter voll normal ist. 

Die Woche verging dann recht ruhig, da in der Schule, aber auch außerschulisch, nicht so viel passiert ist. Im Sportunterricht haben wir mit Broomball angefangen. Broomball ist basically wie Hockey, nur mit normalen Schuhen, sowie einem normalen Ball, was echt verdammt Spaß macht. Es hat echt schon Vorteile, dass die Eishalle Cowansvilles auf dem Schulgelände steht und wir diese deshalb nutzen können. Für eine öffentliche Schule ist das ein fettes Plus. Wisst ihr, was der kanadische Nationalsport ist? Ich persönlich bin ja davon ausgegangen, dass es Eishockey sei, da sich hier quasi alles darum dreht. Tja, wie sagt man so schön; falsch gedacht. Der Kanadische Nationalsport ist nämlich Lacrosse. Das erste Mal Broomball hab ich dank meines Hustens nicht mitgespielt, sondern lieber auf die Bremse gedrückt. Das nächste mal hingegen nicht, was zur Folge hatte, dass ich mir gefühlt die Lunge aus dem Leibe gehustet habe, whoobsi. 

Am Ende der Woche hab ich dann das erste Mal gebabysittet. Oberflächlich lässt sich sagen, dass es recht entspannt ist. Gegenteil ist es allerdings, wenn es darum geht, ein dreijähriges Kind ins Bett zu bekommen. Allein den Schlafanzug anzuziehen hat bestimmt gute 20 Minuten gedauert. Witzig war dann auch, dass ich verstanden hatte, dass nur  Vans eine Bettgehzeit hatte. Tja, falsch gedacht. Die anderen beiden hatten auch eine, haben aber vorgezogen, mich nicht daran zu erinnern, was ich aber auch gut nachvollziehen kann. 

Am Samstag ist dann Hannah zu mir gekommen und wir sind dann erstmal zum Metro gelaufen, um Hefe zu kaufen. Drei mal dürft ihr raten für was. Richtig, Franzbrötchen. Der Prozess hat etwas länger gedauert als erwartet, das Ergebnis zwar nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, ließ sich aber trotzdem sehen und hat verdammt gut geschmeckt. Oh was ich auch crazy fand, waren die 23 Grad draußen und die Weihnachtsmusik, welche im Drogeriemarkt gespielt wurde. 

Neue Woche, neues Glück. In der Schule scheint zurzeit echt was rum zu gehen, da die Hälfte meines Jahrgangs gefehlt hat. In Psychologie haben wir anstelle von Unterricht, Brettspiele gespielt, was meiner Meinung auch ein guter Zeitvertreib war. Nun ja, was soll man sagen, ich hab auch komplett drin gesteckt. Meine Erkältung ist zwar immer besser geworden, hat dann aber voll zurück geschlagen. Ich sass in der Schule mit meinem tollen Raucherhusten und habe auch nen paar Kommentare dazu bekommen. Meine Ethik Lehrerin hat mich supported, dass ich nicht sterben solle ✌️ Positiv war aber, dass wir unsere Grad pictures bekommen haben, die mich wie in einem High School movie haben fühlen lassen.

Natürlich lag mir meine Mutter in den Ohren, dass ich doch bitte zum Arzt gehen solle und eins kann ich sagen: Ich und Ärzte? Nein danke. So ging das dann über zwei Wochen, bis ich mich dann selber dazu entschlossen habe, dass ich zum Arzt wollte. Nachdem ich meiner Gastmutter dann getextet hatte ging alles recht schnell als ich zuhause war. Das Problem hier ist, dass viele Leute keinen Hausarzt haben und es wahrscheinlicher ist, dass die Leute ins Krankenhaus fahren, wo man dann mindestens 13 Stunden warten darf. Zu meinem Glück kennen meine Gasteltern gefühlt ganz Waterloo und sind mit der Hälfte der Menschen befreundet, weshalb wir noch nach der Öffnungszeit drangekommen sind. Hat sich herausgestellt, dass ich eine virale Bronchitis hatte und da nicht so viel zu machen ist, außer sich auszuruhen. Nichtsdestotrotz hat er mir was zum Schlafen verabreicht, ich glaub Codeine, was Wunder gewirkt hat. Einmal genommen und es ist gefühlt weg. Hier mal nen Huster, da mal nen Huster, aber das wars dann auch wieder. 

Am Samstag war dann ein Gammeltag und hab mit dem Häkeln angefangen, was mir, wie sich herausstellte, echt Spaß macht und glaubt mir, ich hab großes vor. Das einzige was ich bisher häkeln kann sind Topflappen, was mich aber nicht davon abbringt mir irgendwelche Muster aus dem Internet rauszusuchen, die ich nicht einmal lesen kann. Am Abend haben Kayliah und ich noch Weihnachtsboxen bemalt, die gespendet werden.

Am Sonntag bin ich dann zusammen mit meinen Gasteltern in die französische Kirche gegangen und ich kann sagen, dass ich zwar ungefähr wusste, worum es geht, aber gleichzeitig nichts verstanden habe. Es war trotzdem nett. Nach dem Gottesdienst sind wir zusammen mit Erics Mutter zum chinesischen Essen gegangen, da es ihr Geburtstag war. Im Vergleich zu den Buffets, die ich in Deutschland gegessen habe, finde ich, dass das Hähnchen in Deutschland einfach besser ist und es hier auch mehr Frühstücksbuffet gibt. 

Ein weiterer Punkt auf unserer Liste war dann aber das Deko-Shoppen und danach Walmart und ich liebs. Weihnachten ist doch die schönste Jahreszeit.  

Der Krönende Abschluss war dann aber das Aufstellen des Weihnachtsbaums, natürlich in unseren Christmas Jammies. Bombastisch. Auch, wenn erst Mitte November ist, scheint das hier normal zu sein, genauso wie Abendbrot um 5 Uhr. 

Etwas, was ich nicht verstehen werde, ist, dass wir die ganze Woche, mit Ausnahme Montags, frei haben, warum? Montag war ein entspannter Tag und Hannah und ich mussten schmerzlich feststellen, dass wir umsonst für unseren Forensics Test gelernt haben. Außerdem haben wir unsere Report Cards bekommen, welche ganz gut ausgefallen ist. Eins muss ich aber sagen: Meine Mathelehrerin ist extrem pingelig. Die hat mir einfach eine 74 reindrücken, weil ich meine Rechnungen nicht genauso hinschreibe wie sie. Mein Gott, get over it. Ich sehs nicht ein, dass ich ne halbe Stunde länger an meinen Hausaufgaben zu sitzen, nur um es ihr recht zu machen, wenn es auch schneller und einfacher geht. In Arbeiten, ok. Aber Hausaufgaben? Anyways, im großen und ganzen bin ich zufrieden mit meinen Ergebnissen und ich hab noch kein einziges Mal gefailed. Was mich dann echt gefreut hat, war der Fakt, dass wir am Dienstag frei hatten. Endlich ausschlafen. Am Nachmittag hab ich mich mit Lilli und Charlotte zu einem Spaziergang zum Tim Hortons getroffen, wo wir dann unser kleines Kaffeekränzchen gehalten haben.

Maria hat sich währenddessen mit einer anderen Freundin getroffen und als wir das Haus verlassen haben, haben wir extrem gefroren und als sie sich dann aus einer Situation retten wollte, hat sie mich angerufen und so getan, als sei ich Pam. Ich hatte natürlich keine Ahnung, war extrem verwirrt. Ich hab sie ein paar mal gefragt, ob sie wüsste, wer ich war, was sie immer bejahte, was das ganze für den Moment noch verwirrender machte. 

Heute bin ich dann zusammen mit Schnee aufgewacht und Oh mein Gott, es war wie im Winterwonderland. Ich bin dann direkt mit unserem Hund Zya raus, einen Spaziergang machen gegangen. Später sind Kayliah und ich zusammen mit den daycare Kindern nach draußen in den Garten gegangen. In voller Montur natürlich: Schneeschuhe, Skihose, Winterjacke (Ich brauch unbedingt eine längere), Schal, Mütze und Handschuhe. Heute Abend war Lilli noch da und wir haben zu dritt ne Schneeballschlacht gemacht und einen Schneehasen gebaut.

Es scheint nicht so, als sollte es bald aufhören zu schneien, womit ich aber auch kein Problem habe. Morgen haben wir unseren Montreal Trip und danach werd ich bei Anna übernachten und wir wollen Plätzchen backen. Hihi. 

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