Freya
in
Canada

Waterloo, Quebec, Canada
45°20'09.9"N 72°32'07.8"W

Flaute

Die restlichen Ferien sind ruhig verlaufen und haben sich aus Familientreffen, um Geburtstag zu feiern und Skifahren zusammengesetzt. Das zweite Mal Skifahren war auch nochmal besser als das erste Mal. Diesmal war ich mit Lilli und Chantal die Pisten unsicher machen, und später ist auch noch NouNou zu uns gestoßen. Gegen 12 waren wir in Bromont, und als es ans Skier einklicken ging, taten sich bei mir Zweifel auf. Wie funktioniert das ganze nochmal? Skifahren an sich ist nicht so das Problem, deutlich einfacher als gedacht, aber es dann gut hinzubekommen und die komplette Kontrolle zu haben ist nochmal was anderes. Zu Beginn sind wir erstmal auf den kleinen Berg rauf, und als wir alle wieder reingekommen waren, ging es auf den Großen. Von dort aus ging es dann auf verschiedenen Pisten hinunter und mit anderen Skiliften wieder hoch. Wo wir waren? Keine Ahnung. Hut ab, wer bei den ganzen Pisten einen Überblick behält. Teilweise habe ich dann kurzzeitig meine Entscheidung wieder hinterfragt, als wir den Berg runter gedüst sind, und es auf einmal ziemlich steil bergab ging.

Hingeflogen bin ich während der sechs Stunden, aber nur zwei Mal, wobei mir einmal meine eigene Verpeiltheit zugerechnet werden kann. Die beiden Spitzen der Skier haben nämlich überlappt und ich habe es nicht geschafft, einen vom anderen herunterzunehmen. Als wir irgendwann genug hatten, habe ich meine Gastmutter angerufen, die uns später dann abgeholt hat. Das Witzige beim Skifahren ist, dass man die Erschöpfung erst im Nachhinein spürt. Am nächsten Tag hatte ich also geplant, mich so wenig wie möglich zu bewegen, da mir wirklich alles weh tat. 

Nun ja, das hat nicht so ganz funktioniert. Am Freitag ist nämlich die Familie einer neuen Gastschülerin zu Besuch gekommen. Der Plan? Schlittschuhlaufen. Sagen wir es so, ich bin nicht sehr viel gelaufen, sondern habe die Zeit lieber mit Berg runterrutschen verbracht. Hier ist es übrigens verbreiteter, den Berg mit Porutschern herunterzufahren, als mit richtigen Schlitten. Diese sieht man hier eher selten. Am Abend haben wir dann noch nett zusammengesessen und Abendbrot gegessen. 

Ehe ich mich versehen konnte, hatte die Schule auch schon wieder begonnen. Auch, wenn ich die Menschen mag, ist Schule sau langweilig. Hier und da hat man mal eine ganz Interessante Unterrichtsstunde, aber Schule ist eben Schule. Was zurzeit aber besonders Spaß bringt, ist der Kunstunterricht. Da sind wir gerade dabei eine Holzbox zu machen, und haben deshalb damit angefangen, die Vorderseite zu “schnitzen”. Ich war natürlich mega kreativ und habe ir als Motiv ein Ahornblatt ausgesucht.

Was mir tatsächlich letztens fast passiert ist, ist, dass ich fast in den falschen Bus eingestiegen bin. Ich bin zu der Angewohnheit übergegangen, dass ich etwas knapper das Haus verlasse, da die Busse hier normalerweise auf die Minute pünktlich kommen, und ich meinen Bus schon aus dem Fenster aus sehen kann. Ich war also wie gewohnt an der Strasse und habe auf meinen Bus gewartet. Mein Bus hat die Busnummer 31 und ist morgens der dritte Bus, der an mir vorbei fährt. Der erste kommt ein Stück früher und die anderen beiden direkt hintereinander. Als ich also die beiden Busse direkt hintereinander gesehen habe, dachte ich mir nichts weiter, warum auch. Mein Bus hat, wie bereits gesagt, die Nummer 31, welche im linken Fenster rechts oben in der Mitte steht. Es ist bereits ein paar Mal vorgekommen, dass der Busfahrer meines Busses mit einem anderen Bus gekommen ist, der eben keine Nummer dort stehen hat. So habe ich, als ich den Bus dann gesehen habe, mir nichts dabei gedacht, dass der Bus anders war, außer dem Fakt, dass ich den anderen Bus nicht war, und innerlich über die Rücklehnen dessen geflucht habe. Die sind nämlich nicht so hoch, und es ist irgendwie unangenehm, wenn einen alle im Bus sehen und diese einen. Ich steige an einer kleinen Kreuzung ein, weshalb alle Busse, die dort langfahren, anhalten, logisch. So hat auch der dritte Bus dort angehalten und ich bin schnurstracks zur Tür gegangen, welche der Busfahrer auch geöffnet hat. Dies hat er allerdings nur getan, um mir zu sagen, dass das nicht mein Bus ist. Ich hab dem erstmal nicht zugehört und als ich realisiert habe, was er mir gerade auf französisch gesagt hat, bin ich mit einem “excusez-moi” ganz schnell wieder raus aus dem Bus. Ich glaube, das hört sich nicht unbedingt so an, aber das war sau peinlich. Was mich dann noch mehr gestresst hat, war, dass mein Bus um 7:37 immer noch nicht da war. 6 Minuten zu spät ist schon echt unwahrscheinlich und ich war schon davon ausgegangen, dass ich den verpasst hätte. Ich meine, was macht man hier, wenn man den Bus verpasst? Schule schwänzen? Anyways, mein Bus ist schlussendlich doch noch gekommen, was mich erleichtert hat. 

Gestern haben wir in der Schule nochmals unseren Sieg mit dem Schwimmteam zelebriert und haben alle auf dem Banner unterschrieben. Nachträglich bestellen wir uns noch Langarmshirts für unser Team, worauf ich mich freue. Ich mag es, Andenken in Form von Kleidung zu haben. Was wir gestern ebenfalls noch gemacht haben, ist bei dem ältesten Sohn meiner Gastfamilie vorbeigeschaut. Der hat nämlich vier Babykatzen, welche gerade einmal eine Woche alt sind. Sau knuffig. Auf dem Rückweg gings noch beim IGA vorbei und wir haben uns Nachtisch geholt.

Morgen werden wir zum Cabanne à Sucre gehen, was auch nochmal toll wird. Was aber noch viel aufregender ist, ist, dass mein großer Bruder morgen vorbeikommt. Das ist ganz schön komisch zu realisieren. Ich bin einfach schon seit fast 7 Monaten weg. So lange hab ich meine Familie und Freunde schon nicht gesehen. Die Zeit rennt viel zu schnell. 

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